Fast 700 Delfine an einem einzigen Tag auf den Färöern getötet – wenige Stunden nachdem Parlament ihren Schutz aufhob.
Von OceanCare
Am Mittwoch, dem 27. Mai, hat sich das Meer erneut rot gefärbt: An einem einzigen Tag wurden auf den Färöern fast 700 Delfine getötet — so viele wie seit Jahren nicht mehr. Die Grindwale und anderen Delfine wurden in drei separaten Treibjagden getötet — nur Stunden nachdem das färöische Parlament einstimmig beschlossen hatte, die Wal- und Delfinjagd aus dem Schutzbereich des Tierschutzgesetzes herauszunehmen.
Das Timing ist kein Zufall. Am 26. Mai stimmte das färöische Parlament mit 28 zu 0 Stimmen dafür, das Tierschutzgesetz so umzuschreiben, dass seine Bestimmungen nicht länger auf die Wal- und Delfinjagd anwendbar sind. Weniger als 24 Stunden später fand eine der größten Grindwal-Treibjagden der jüngeren Vergangenheit statt — begleitet von zwei weiteren Delfinjagden.
Fast 700 Tiere an drei verschiedenen Orten getötet
Am Nachmittag des 27. Mai 2026 trieben Jäger schätzungsweise 402 Grindwale in die Bucht von Sandagerði in der Hauptstadt Tórshavn — die größte Grindwal-Treibjagd an einem einzelnen Ort, die auf den Färöern in den letzten Jahren verzeichnet wurde.
Am selben Tag fanden auf den Inseln zwei weitere Treibjagden auf Weissseitendelfine statt: In Skálafirði wurden rund 150 Tiere getötet, in Streymnesi weitere 132. Berichten zufolge wurden bei der Jagd in Sandagerði außerdem rund 12 weitere Grindwale getötet, die mutmaßlich entsorgt wurden und in der offiziellen Zahl möglicherweise nicht erfasst sind.
Insgesamt wurden an einem einzigen Tag damit fast 700 Tiere getötet — annähernd so viele wie im gesamten Jahr 2024 (748 getötete Delfine). Bilder der Jagd zeigen, wie sich das Wasser der Bucht mit dem Blut der Tiere rot färbte.
Grindwale sind trotz ihres Namens keine Wale, sondern Delfine — und wie alle Wale und Delfine hochintelligente, sozial komplexe Tiere, die in eng verbundenen Familienverbänden leben.
Grausame Jagd
Berichten aus den Färöern zufolge dauerte es sehr lange, bis alle Tiere getötet waren — was den Zeitraum, in dem die gestrandeten Tiere unter Schmerzen und extremem Stress litten, dramatisch verlängerte. Einige Tiere sollen außerhalb des eigentlichen Jagdbereichs gestrandet sein, was ihre Qual weiter ausdehnte.
Die Grausamkeit jeder einzelnen Phase dieser Jagd — das Aufspüren und Eintreiben, das erzwungene Stranden, das Töten — wurde kürzlich in einer wissenschaftlichen Studie im Fachjournal Biology Letters detailliert dokumentiert.
Hier geht’s zum vollständigen Artikel: https://www.oceancare.org/stories_and_news/700-delfine-faeroeern-getoetet/

